Handy-Blitzer

 

In den Niederlanden kann ein Blitzer Handysünder am Steuer überführen

 

In Deutschland ist es verboten, während der Fahrt das Handy in der Hand zu halten. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro sowie einen Punkt in Flensburg. Das diese Ordnungswidrigkeit so hart bestraft wird hat einen Grund: Die Nutzung vom Handy am Steuer stellt eine große Ablenkung dar, durch welche schwerwiegende Unfälle entstehen können.

Die hohen Unfallzahlen sind auch der Grund, warum in den Niederlanden seit Ende 2020 sogenannte Handy-Blitzer eingesetzt werden. Wie diese Geräte genau funktionieren und ob deren Nutzung auch in Deutschland ein Thema ist, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

 

So funktionieren die Handy-Blitzer

Blitzer und Radarfallen können allerhand Ordnungswidrigkeiten aufdecken: Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtverstöße oder auch eine Unterschreitung vom Mindestabstand.

In Australien wurden im Jahr 2019 erstmals Blitzer eingesetzt, die erkennen sollen, ob der Fahrer das Handy während der Fahrt am Steuer nutzt. Doch wie funktionieren diese neuartigen Handy-Blitzer eigentlich?

Die Blitzer verfügen über ein spezielles Kamerasystem, das von schräg oben in das Fahrzeug fotografieren kann. Eine künstliche Intelligenz wertet die Aufnahme aus und kann erkennen, ob der Fahrer einen Gegenstand in der Hand hält.

Ist das der Fall, wird die Aufnahme gespeichert. Im nächsten Schritt sichten Polizeibeamte das vom Handy-Blitzer angefertigte Material. Stellt sich dabei heraus, dass es sich tatsächlich um ein Handy handelt, leiten die Beamten ein Bußgeldverfahren ein.

Und das kann in den Niederlanden auch für deutsche Urlauber richtig teuer werden. Sie müssen mit einem Bußgeld von bis zu 240 Euro rechnen. Das dieses die Bagatellgrenze überschreitet, kann der Bußgeldbescheid auch in Deutschland vollstreckt werden.

 

Könnten die Handy-Blitzer auch in Deutschland eingesetzt werden?

In Deutschland werden aktuell keine Handy-Blitzer eingesetzt. Eine Einführung der neuartigen Radarfallen steht auch aktuell nicht zur Debatte. Das hat auch datenschutzrechtliche Gründe. Handy-Blitzer fotografieren nämlich nicht das Gesicht des Fahrers.

Das ist in den Niederlanden kein Problem, da dort die Halterhaftung gilt. Das bedeutet, dass der Halter eines Fahrzeugs grundsätzlich das Bußgeld bezahlen muss. Unabhängig davon, ob er tatsächlich hinter dem Steuer saß oder nicht.

In Deutschland gilt hingegen das Prinzip der Fahrerhaftung. Es kann also nur die Person für eine Ordnungswidrigkeit belangt werden, welche sie tatsächlich auch begangen hat. Nimmt der Handy-Blitzer das Gesicht vom Fahrer allerdings nicht auf, kann dieser nicht eindeutig ermittelt werden.

Somit fehlt das entscheidende Beweisstück im Bußgeldverfahren, welches einen Bußgeldbescheid rechtfertigen würde.

Weitere Informationen über die Funktionsweise von Handy-Blitzern und ob diese Geräte vielleicht doch irgendwann in Deutschland eingeführt werden können, erhalten Sie auf unserem kostenfreien Ratgeber https://www.bussgeldkataloge.de/handy-blitzer/.

 

Welche Sanktionen drohen bei Handy am Steuer in Deutschland?

Zwar gibt es in Deutschland (noch) keine Handy-Blitzer, das bedeutet allerdings nicht, dass Handysünder ungestraft davonkommen. Es gibt nämlich andere Mittel und Wege diese zu überführen. Vor allem verstärkte Kontrollen durch die Polizei können dabei helfen.

Wird dann ein Fahrer mit dem Handy oder einem anderen elektronischen Gerät in der Hand am Steuer erwischt, drohen empfindliche Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog. Die Geldbörse wird um 100 Euro leichter und der Verkehrssünder erhält einen Punkt in Flensburg „gutgeschrieben“.

Fahranfänger in der Probezeit begehen einen A-Verstoß, wenn Sie mit dem Handy am Steuer erwischt werden. Das bedeutet, dass die Probezeit um zwei Jahre verlängert wird und der Führerscheinneuling ein kostenpflichtiges Aufbauseminar besuchen muss.


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